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Coucou tout le monde!!!

Die Zeit vergeht so unglaublich schnell, dass ist der Wahnsinn. Bevor ich euch dann nach meiner Rundreise noch mehr zu erzählen habe, schreibe ich euch lieber jetzt noch einmal. Also zuerst einmal bin ich wie im letzten Schreiben ja schon erwähnt des We vom 7./ 8.3 dann mit Ylva nach Nancy gefahren, um Quirin- auch ein Freiwilliger- zu besuchen. Leider hatte ich dann in der Nacht von Samstag auf Sonntag übelste Magen-Darmbeschwerden und so haben wir am Sonntag den ersten Bus und Zug zurück nach Colmar genommen... Das folgende Wochenende hat uns dann Kartscy- ein ungarischer Freiwilliger- hier besucht und wir hatten echt n lustiges Wochenende. Des Wochenende darauf ist dann Quirin zu uns gekommen. Leider war Ylva krank und so sind er und ich alleine nach Basel gefahren. War das erste Mal, dass ich dort war und das war auch ein Muss, denn schließlich wohn ich nur ne gute Stunde entfernt. War echt total schön der Ausflug und mit dem Wetter hatten wir auch Glück. Nach diesem Wochenende habe ich nur zwei Tage gearbeitet und dann ging es am Mittwoch schon wieder ab nach St. Etienne zu einer anderen deutschen Freiwilligen. Da sie arbeiten musste, hab ich dann beschlossen, mich am Donnerstag ganz allein nach Grenoble aufzumachen, um die Stadt zu erkunden. Anfangs dacht ich es wird ned so toll, die Reise und n ganzen Tag allein... Und dann war es die bis dahin schönste Stadtbesichtigung überhaupt. Also ich kann echt jedem, der in der Nähe ist, nur Raten da hin zu fahren. Die Fahrt hat sich echt gelohnt, denn Grenoble ist eine schöne Stadt umgeben von wunderschöner Natur. Während das Wetter total frühlingshaft, warm und angenehm war, war ich von rießigen Felsen und Bergen, die am Gipfel noch mit Schnee bedeckt waren umgeben. So bin ich mit einer Gondel auf die Bastille raufgefahren (gar nicht teuer nebenbei) und der Ausblick von da oben war echt atemberaubend. Nur ein bisserl windig. Nach einiger Zeit da oben, hab ich mich dann allein an den Abstieg gemacht, der so ungefähr ne gute halbe Stunde dauert. Anschließend hab ich noch weiter die Stadt und wirklich nahezu alles besichtigt und nach 6-stündigem Aufenthalt hab ich mich dann wieder an die Reise nach St. Etienne gemacht, wo ich dann erst um elf Uhr abends oder so angekommen bin und auch noch das letzte Stück einen Car, also Autobus nehmen musste, da ich den letzten Zug von Lyon aus verpasst hatte. Ich muss ehrlich sagen ganz gegen meine Erwartung war es ein echt cooler Tag und ein kleines Abenteuer für mich^^. Am Freitag sind dann Steffi und ich zu wieder anderen Freiwilligen, einem Georgier und einer Norwegerin nach Lyon gefahren, um bei ihnen dann noch das Wochenende zu verbringen. Das war auch echt schön, die anderen wieder mal zu sehen und noch die freie Zeit zu genießen. Am Sonntag musst ich mich dann leider schon wieder auf die Heimreise nach Colmar machen, wo ich dann abends erschöpft angekommen bin. Doch das war auch an der Zeit, denn nach nur fünf weiteren Arbeitstagen sind Ylva, Kartscy und ich zu wieder einer anderen Freiwilligen (ja, hier lernt man viele Leute kennen...^^) zu unserem langersehnten Paristripp aufgebrochen. Sie wohnt zwar in Meaux, ein wenig außerhalb von Paris, aber es war trotzdem nicht zu weit, um fast täglich nach paris reinzufahren. Am Samstag angekommen, ham wir gleich am selben Abend noch den Geburtstag von ihrem Freund und einem anderen Kumpel in einer Bar nachgefeiert und um nicht noch in derselben Nacht nach Meaux fahren zu müssen, dann zu fünft in einem Einzimmerappartement geschlafen... Ja das war sehr eng, aber gut als Freiwillige ist man so was schon gewöhnt^^ Am Sonntag ham wir dann mit mehreren anderen Freiwilligen aus allen möglichen verschiedenen Ländern ein internationales Picknick in einem wunderschönen Park in Paris gemacht. Dort hab ich dann auch Lici getroffen^^. Denn sie hat wie auch schon die letzten Jahre wieder als Betreuerin bei unserm Partnerstadtaustausch mitgemacht und war zufällig genau dieselbe Woche in Brie-Comte-Robert, auch ein wenig außerhalb von Paris. Auch wenn es leider nur kurz war, war es total schön, sie nach drei Monaten wieder zu sehen, denn sie fehlt mir dieses Jahr schon sehr. Sind ja jetz schließlich schon fast zwei Jahre wo wir uns kaum gesehen haben. Naja, am selben Abend sind wir dann noch nach Meaux gefahren. Die nächsten paar Tage sind wie im Flug vergangen, wir haben alle wichtigen Sehenswürdigkeiten angeschaut, denn Eifelturm bis in die dritte Etage bestiegen(oder besser gesagt befahren). Am Mittwoch waren wir dann den ganzen Tag im Disneyland (endlich, davon hab ich schließlich schon als Kind geträumt und jetz geh ich schon auf die 30 zu...^^), wo wir alle zu kleinen Kindern wurden. Leider war das der einzige Tag, an dem das Wetter nicht schön war, sondern sogar sehr geregnet hat. Doch somit mussten wir wenigstens nicht zu lang anstehen bei den ganzen Sachen und es war echt ein supercoolerTag! Am Donnerstag musste Kartscy dann leider schon abreisen und so sind Ylva und ich allein nach Versailles gefahren. Angekommen, hat uns erst einmal der Schlag getroffen, denn die Schlange war sowas von ewig lang, des könnt ihr euch nicht vorstellen. Aber war klar, Schulferien, einer der ersten schönen, warmen Sommertage... Nachdem wir schon zuvor von dem neuen Gesetz profitiert hatten, laut welchem der Eintritt in alle Museen für unter 26-jährige EU-Mitglieder (tja, unsere norwegischen Kolleginnen müssen leider zahlen...^^) gratis ist, hat Ylva, während ich mich schon in der Schlange angestellt hatte, in der wir mind. Noch drei bis vier Stunden hätten stehen müssen, einen Angestellten gefragt, ob diese Regelung auch für Versailles gilt (Nachdem sie uns im Tourismusbüro am Bhf Paris Est gesagt hatten, wir müssten 20 Euro Eintritt für alles bezahlen...). Dieser Herr war supernett und hat gemeint ja klar gilt des auch für hier und sie soll ihre Freundin, also mich^^ holen und wir könnten dann gleich ohne Warten eintreten. So war es dann auch... Ylva und ich konnten unser Glück kaum glauben, 20 Euro aufgrund unserer Jugend gespart und dann auch noch ohne Anstehen...^^ Als dieser aufregende Tag dann auch auf das Ende zuging, hieß es für mich schon wieder Koffer packen. Denn während Ylva noch das Wochenende in die Normandie reisen wollte, hatte ich schon meine Tickets für Deutschland dabei. In der folgenden Nacht bin ich dann um vier Uhr aufgestanden, um um fünf den Zug von Meaux nach Paris Est zu nehmen, wo der TGV dann um 6.20 nach Mulhouse gefahren ist. Dann umgestiegen und weiter nach Bale, hatte ich dort mehr als vier Stunden Aufenthalt und das an einem Feiertag!!! Also hab ich den sonnigen Tag ausgenutzt und mich in einen Park nicht weit vom Bhf entfernt gesetzt und gesonnt. Nach zwei Stunden kam ein anderer backpacker und nachdem wir ins Gespräch gekommen sind, hab ich erfahren, dass er deutscher ist, und gerade mit Erasmus Physik in einem französischen Teil der Schweiz studiert. Auch mal interessant diese Mischung^^. Nachdem wir uns ungefähr ne Stunde unterhalten hatten, haben wir lustigerweise festgestellt, dass wir beide auf denselben Zug warten, obwohl ich nach Bayern und er irgendwo in den Norden Deutschlands wollte. Doch so ist es, wenn man das Europaspezialticket kauft und nur bestimmte Züge nehmen darf... Aber so hatte ich echt Glück und nicht nur während meiner Wartezeit zwei Stunden Gesellschaft, sondern dann auch noch zwei weitere Stunden im Zug nach Mannheim. Von dort aus ging es dann weiter nach Stuttgart und über Ulm dann endlich nach Augsburg! Dort wurde ich dann auch schon herzlich von Max und meiner family empfangen^^. Die Tage daheim gingen schnell um, gleich am Samstag sind meine Tante&Co. Zu Besuch gekommen, was sehr cool war, weil ich sie somit auch noch einmal sehen konnte und am selben Tag sind dann noch Lici mit ihrer französischen Austauschbetreuerin Emilie gekommen. So hab ich auch in Deutschland brav französisch weitergesprochen und es war echt cool, weil es das erste Jahr war, wo ich sie verstanden hab und richtig mit ihr reden konnte^^ Am Sonntag war ja dann schon Ostern und die folgende Woche ist auch sehr schnell umgegangen und ehe ich mich umsehen konnte, saß ich schon wieder im Zug von Augsburg nach Colmar. Die ersten paar Arbeitstage waren dann nicht so toll, weil ich entgegen meiner Erwartung dann fast mehr Heimweh als zuvor hatte, aber zum Glück hatte sich das am Ende der Woche schon wieder gelegt. Dann sind Sabrina, Tina und Ermann (auch Freiwillige^^) für das Wochenende zu uns gekommen und es war echt ziemlich schön. Das letzte Wochenende bin ich dann schon am Donnerstag Abend nach Bischwiller gefahren. Denn da ich einer anderen Freiwilligen schon ewig versprochen hatte, mal bei ihr zu übernachten und am Freitag aufgrund des Feiertages nicht arbeiten musste, hab ich diese Gelegenheit natürlich sofort genutzt. Bei ihr war es ziemlich cool, sie hat echt ein supergroßes und schickes Appartement nur für sich. Wir haben ziemlich viel geredet, sind spazieren gewesen und haben deutsches Fernsehen gesehen(sie hat so ziemlich alle Sender auf franz, deutsch, englisch, spanisch...). Am Freitag bin ich dann zu Kartscy in die Bischwiller-WG, die mit einem neu angekommenen Freiwilligen nun auf 8 angewachsen ist. Später ist dann auch noch Ylva angekommen und wir haben ein wie immer sehr schönes und lustiges Wochenende dort verbracht und nebenzu glaub ich ein oder zwei ganze Staffeln von „How i met your mother“ (auf deutsch is es glaub ich auch n englischer, aber anderer Titel) angeschaut^^ So, das war es erst mal von meiner Freizeit. Aber auch in meiner Arbeit ist einiges passiert. Nun arbeite ich ja schon um die zwei Monate mit den schwerbehinderten Kindern und es ist einfach einzigartig! Davor dachte ich, dass ich mit ihnen nie so eine Beziehung aufbauen kann, wie mit den anderen Kindern im Kinderheim unten, da sie ja nicht einfach zu dir herkommen können, dich umarmen und abbusseln können und außerdem ich ja dort ein halbes Jahr gearbeitet hab, wohingegen ich mit diesen nun nur vier Monate, von denen ich fast eineinhalb Monate noch Urlaub hab/hatte arbeite. Doch schon jetzt habe ich eine wahnsinnig enge Verbindung zu ihnen, was echt total schön ist. Nach einiger Zeit merkt man auch gar nicht mehr wirklich, dass sie schwerbehindert sind oder besser gesagt, weiß man es natürlich, aber ist schon so vertraut damit, dass man die Kinder als normal ansieht. Ich weiß nicht genau, woher diese schnelle Verbindung zu ihnen kommt, aber ist ja auch egal, es ist einfach total schön so. Auch wenn die Arbeit alles andere als leicht ist (wirklich meinen vollen Respekt gegenüber allen meinen Kollegen, die diese ihr ganzes Leben lang als Arbeit machen werden), bekommt man von den Kindern wahnsinnig viel zurück. Denn nur wenn man sie zum Lächeln bringt, bedeutet das schon total viel und macht einen selbst überglücklich. Vor allem nach dem ich zum Beispiel das Schicksal einer unserer Kinder erfahren habe. Sie war vorher zwar schon im Kinderheim unten, ist dann aber wieder zu ihren Eltern zurückgekehrt, was echt sehr selten ist. Doch dann gab es, während sie irgendwie unter der Dusche war, in ihrem Haus eine Oxidgasexplosion oder so etwas und seit diesen Tag trägt sie an ihrem ganzen Körper verteilt Brandnarben, kann wie man annimmt nicht mehr wirklich sehen, wird durch eine Sonde ernährt, kann nicht mehr laufen, nicht mehr sprechen etc. Diese Vorstellung finde ich echt total schrecklich, aber so traurig es ist, es ist nun mal wahr und so ist sie wieder hierher zurückgekommen, doch nicht nach unten, sondern hier in die 1. Etage zu den schwerbehinderten Kindern ins Internat. Nachdem die zweite Arbeitswoche Magen-Darm rumging und das bei schwerbehinderten Kindern, die man nicht „einfach mal schnell“ abduschen kann, hatte ich eigtl. schon echt mein Fett weg. Ich selbst hatte in den ersten vier Wochen, wo ich dort gearbeitet hab, zweimal Magen-Darm (in Deutschland hatte ich des vllt. Alle fünf Jahre einmal...) Das war zwar mehr als nur unangenehm und eklig, aber somit wurde ich mehr oder weniger gleich zu Beginn ins kalte Wasser geworfen und nachdem so ziemlich alle Kinder und Kollegen die Magen-Darmgrippe hinter sich hatten, konnte es ja dann schon fast gar nicht mehr schlimmer werden...^^ So war es dann auch, die nächsten Wochen waren ein wenig ruhiger, nur einzelne Kinder krank und für den kleine Jungen, der im Gegensatz zu den andern Kinder sogar laufen kann wurde eine Pflegefamilie gefunden, worüber ich mich sehr freue, denn das ist hier leider der Ausnahmefall. Seit er weg ist, ist es wirklich wesentlich ruhiger, aber trotzdem fehlt er noch immer ein wenig. Während die letzten zwei Wochen aufgrund der Schulferien schon wieder keine Aktivitäten stattfanden, hab ich diese Woche wirklich Glück gehabt. Dienstag durfte ich mit zur Pferdereittherapie, was echt total cool war, und Mittwoch haben wir dann morgens ein Atelier Küche gemacht und mit ein paar Kindern Spargelkartoffelmus gemacht. Nachmittags sind wir dann nach Colmar in die Stadtmitte, was natürlich sehr für Aufsehen gesorgt hat, denn normalerweise trifft man nicht mehrere schwerbehinderte Kinder mitten in der Fußgängerzone, aber das war wirklich auch schön. Und heute darf ich noch mit den Kindern ins Schwimmbad zur Wassertherapie gehen, was bestimmt auch eine super Erfahrung wird. Am Wochenende werden wir dann mit Anke und Théa noch einen Ausflug in eine andere elsässische Stadt und am Sonntag wahrscheinlich in das Ökumuseum in Mulhouse gehen. Nebenzu muss ich auch schon alles vorbereiten, denn am Montag geht es los auf meine große, langersehnte Frankreichrundreise. Mein erster Stopp ist Dunkerque, dann fahr ich weiter nach Brest, dann nach Bérgérac, nach Villefranche de Rouergue, noch einmal zurück nach Bordaux und dann wieder heim nach Colmar. Dann sind die nächsten zwei Wochen auch schon wieder rum und mir bleiben nur noch ein paar Tage bis meine Familie noch einmal zu Besuch kommt und dann sind es nur noch drei Wochen bis zum Ende und davon schon alle Wochenenden ausgeplant. Kann überhaupt nicht glauben, dass mein Freiwilligendienst so gut wie zu Ende ist und das macht mich wirklich traurig. Denn dieses Jahr war so schön und ich habe so viele und unglaubliche Erfahrungen gemacht. Die Arbeit und vor allem die Kinder wie auch meine Kolleginnen werden mir total fehlen, denn in diesen zwei Monaten habe ich mich echt unglaublich gut in meine neue Arbeit eingelebt und echt viel Freude daran. Aber auf der anderen Seite freue ich mich natürlich auch schon wieder, wenn ich definitiv in Deutschland bin. Denn die letzte Zeit hier ist echt ätzend von wegen Papierkram usw., des kann ich euch sagen. Allein jetz gibt es scho soviel Zeugsl auszufüllen etc. dann auch noch Bewerbungen fürs Studentenwohnheim in München und und und... Außerdem, so sehr ich die Arbeit liebe, nervt es mich mittlerweile hier zu wohnen. Denn alles ist kaputt, nichts funktioniert. Das Haus ist einfach viel zu alt. Alle Abflüsse sind schon seit Wochen blockiert, also wenn man zb. Ne Dusche nimmt, kommt des Wasser unterm Waschbecken am Boden raus und man hat anstelle eines Badezimmers ein Schwimmbad, wir werden von etlichen Insekten hier aufgesucht, die wir leider gar nicht mehr losbringen, weil sie sich zu schnell verbreiten, nach den Arbeiten gestern hatten wir nur noch braunes Wasser, der Code zum Eintreten und Essen holen klappt nicht und wenn, dann haben sie uns mal wieder vergessen, Essen zu machen und und und... Irgendwelche Probleme gibt’s in diesem Haus immer... Also wie ihr seht. Sicher gewöhnt man sich an alles und es ist schon noch alles im erträglichen Rahmen, aber trotzdem freu ich mich schon wieder nur einfach eine normale Dusche nehmen zu können und so kleine Dinge wiederzuhaben, auf die man während seines Dienstes einfach verzichten muss. Also es hat immer seine gute und seine schlechte Seite, so auch das Ende meines Freiwilligendienstes hier. Naja, ich glaube das war jetzt auch erst mal wieder genug und dann würde ich sagen bis zum nächsten(und wahrscheinlich letzten oder vorletzten Mal!) Ich vermisse euch alle voll und hoffe euch geht es allen gut! Passt ja alle auf euch auf, macht’s gut! A bientot, au revoir, pleine de bisous!!!
 Eure Johanna

1 Kommentar 7.5.09 23:16, kommentieren