Salut tout le monde!!!

  Salut tout le monde!!!

Es tut mir wirklich leid, dass ich erst jetz schreibe, aber ich kann erst seit vorgestern zu bestimmten Zeiten ins Internet. Bei den Franzosen dauert halt alles ein wenig länger... auch wenn ich gerade davor flüchten wollte, weiß ich erst jetzt die deutsche Pünktlichkeit wirklich zu schätzen. Auch denken die Franzosen wirklich nur den nächsten Schritt. So hat unser Tutor uns schon einige Tage länger Internet versprochen, aber ist nicht auf die Idee gekommen dass wir dafür ihr Passwort brauchen. Aber gut jetz mal ganz von vorne. Am 3. September war ich erst mal für 5 Tage auf dem Seminar in Strasbourg. Die große Mehrheit waren Deutsche und somit die Umstellung nicht zu hart. Allerdings hab ich da schon Bedenken mangels meiner Französischkenntnisse bekommen. Denn die meisten hatten Französisch Lk und viele sogar 8 Jahre Franz! Die wenigen, die auf demselben Franzniveau wie ich waren, konnten dafür perfektes Englisch. Im Gegensatz zu mir. Mit meinem Latein konnt ich da ned wirklich was anfangen... Aber gut sonst war das Seminar ganz cool, hab viele nette Leute kennengelernt und wichtige Informationen erhalten. Wie Seminare halt so sind^^ Bereits in Strasbourg kam mir ein Tag wie mehrere und zwei Tage wie eine ganze Woche vor. Das ist echt faszinierend wie einen das Zeitgefühl täuscht, wenn man soviel neues erlebt und sieht. Am Montag den 8. 09 sind Lici (Sie hat mich mit meinem vielen Gepäck glücklicherweise noch nach Colmar mitgebracht), Ylva (meine neue schwedische Mitbewohnerin) sowie zwei andere Freiwillige und ich dann von Strasbourg nach Colmar gefahren. Die anderen wurden gleich winkend von einer sehr netten Frau mit einem Plakat mit ihrem Namen auf dem Bahnsteig empfangen. Das wäre aber auch zu schön gewesen. Ne, auf uns hat natürlich niemand gewartet. Dementsprechend haben wir uns natürlich sehr willkommen gefühlt... Nachdem wir dann in unserer Einrichtung angerufen haben und ewig gewartet haben (naja für Deutsche ewig, für Franzosen sehr sehr schnell^^) ist dann endlich unser Tutor gekommen und hat uns abgeholt. Kaum angekommen, nach einer kleinen Visite und einem Mittagessen (wenigsten das!!!) durfte ich gleich den ersten Tag von eins bis acht Uhr abends arbeiten. Ich arbeite im Maison d’Enfants in der Gruppe „ Mousquetaires“ mit Kindern von drei bis sechs Jahren. Viele haben sehr junge Eltern, wie zum Beispiel ein Junge, dessen Mutter ihn mit 15 Jahren im Centre Maternelle hier bekommen hat. Andere Kinder wurden von Richtern den Eltern weggenommen. Die meisten bekommen allerdings wenigstens ab und zu Besuch. Ein Mädchen anscheinend nur sehr selten. Es ist nicht gerade leicht mit ihnen, weil vor allem die Jungs keine wirklichen Manieren haben. Insgesamt hat meine Gruppe neun Kinder mit 3 Gruppen à drei Kinder. Achja, wir haben übrigens auch Zwillinge dort^^. Die sehen sich so ähnlich dass ich sie nur anfangs auseinanderhalten konnte, weil die eine eine fette Beule an der Stirn hatte^^. Meine Arbeitszeiten sind verschieden. Jeden Mittwoch arbeite ich von neun bis vier Uhr nachmittags, die anderen Tage wechseln sich ab. Die eine Woche hab ich Frühschicht von sieben bis zwei Uhr nachmittags, die nächste habe ich Spätschicht von ein Uhr nachmittags bis Acht Uhr abends. Die Arbeit gefällt mir soweit ganz gut. Ist echt schön wieder daran erinnert zu werden, wie der Tagesablauf als Kind aussieht. Als Erwachsene denkt man is ja cool nur spielen. Aber es sind wirklich solche Kleinigkeiten die für die Kinder eben gerade keine Kleinigkeiten sind, sondern sehr sehr wichtig. Im Moment ist es noch ein wenig schwierig für mich, weil ich die Sprache nicht wirklich kann. So kann ich nie wirklich einschreiten und auch nicht irgendwelche persönlichen Projekte mit ihnen machen. Aber man kann sich teilweise echt auch sehr gut ohne Worte oder mit sehr wenigen verständigen und man merkt den einen Tag mehr, den anderen weniger, aber man merkt wirklich wie wichtig man für die Kinder ist. Ich hab glaube ich schon am ersten oder zweiten Abend Gutenachtbussis bekommen^^. Meine Kolleginnen sind größtenteils zwischen zwanzig und dreißig und soweit ich sie kenne alle sehr nett. Allerdings ist auch da wieder das Problem mein schlechtes Französisch. Denn fast die Hälfte meiner Arbeitszeit sind die Kinder in der ècole primaire, es wird aufgeräumt, der Haushalt und die Wäsche gemacht und dann gibt es auch ein meeting mit allen Erwachsenen. Dort werden zum einen wichtige Dinge, was die Kinder betrifft, ihr Verhalten, Herkunft etc. diskutiert, aber es finden auch viele private Plauschs statt. Eigentlich ist es echt wie Kaffeekränzchen, denn die meisten trinken Kaffee und dann essen wir auch ständig. Ich glaube ich hab jetz schon zugenommen nach gerade mal 14 Tagen hier... Aber ich muss schon sagen man gewöhnt sich schnell an das Dessert wie Pudding nach jedem Essen und an zweimal täglich warmes Essen. Obwohl unser Essen jetzt nicht so der Hit ist. Wenn ich arbeite, dann esse ich in der Einrichtung, wenn nicht, dann hol ich es mir aus einem Kühlschrank dort uns wärm es mir in unserer Mikrowelle auf. Wir wohnen in einem kleinen Häuschen direkt neben der Einrichtung. Einen Ofen zum selber Kochen oder Backen haben wir leider nicht, lediglich eine einzelne Herdplatte die sie uns reingestellt haben. Aber man lernt auf vieles zu verzichten wenn man muss. Jetzt schätze ich die kleinen Dinge, die immer selbstverständlich waren daheim erst richtig. Vor allem natürlich dass ich kein eigenes Internet habe, sondern nur zu bestimmten Zeiten in der Einrichtung gehen kann und gar kein Telefon habe. Um zu telefonieren muss ich immer erst 15 minuten gehen, aber wenigstens kann ich mich in der Telefonzelle dann zurückrufen lassen. Und ins Internet kann ich jetzt wenigstens mit meinem alten Laptop gehen, sodass ich immerhin sogar ins Icq gehen kann. Und das finde ich um einige Längen besser als immer über e-mail kontakt zu halten und immer solang auf antwort zu warten. Wir werden mal fragen, ob es nicht doch möglich ist außerhalb der Zeiten (welche von 8-10 Uhr morgens oder von 16-18 Uhr abends liegen) und abends ins Internet zu gehen, wenn wir unsere eigenen Laptops benutzen und nur ihre Leitung und Kabel brauchen. Auch ansonsten hat das Haus einige Mängel. Es ist sehr alt, sodass weder die Fenster noch die Holztüren sich richtig schließen lassen und ich habe natürlich genau das Zimmer mit der uraltheizung, wo man nur zwischen chaud oder froid wählen kann. Also ein bisschen Bang ist mir ehrlich gesagt schon, wenn ich an den Winter denke... Unsere Toilettenspülungen sind echt der burner, hab ich glaub vorher noch nie gesehen. Des sind noch welche zum drehen und daher muss man immer ewig oft drehen und die Leitung ist genau wie die Wasserleitung ewig laut und man hört sie die ganze Nacht. Genauso dünn sind auch unsere Wände. Aber es ist insgesamt schöner als ich erwartet habe. Die Tapeten sind ziemlich neu und jedes Zimmer hat seine Farbe. Meins is das blaue Zimmer, dann haben wir zum Beispiel noch ein rotes TV Zimmer mit einem roten fetten Sessel. Der Fernseher empfängt leider nur 3 Sender und diese nur ab und zu, weil der Empfang sehr schlecht ist. Das witzige ist wir haben nen Bildschirm und Boxen in demselben Zimmer stehen, aber weder einen Computer noch Internetleitung. Das ist genau das was ich vorher meinte. In Deutschland würde kaum einer auf die Idee kommen den Freiwilligen einen Bildschirm, aber keinen Computer hinzustellen. Dann eher gar nichts. Die Franzosen sind in der Hinsicht echt so verrückt he. Des ist aber jetz nur ein Beispiel die denken echt selten weiter. Zumindest nur sehr wenige^^. Ok es hat auch Vorteile, dass man ruhig mal bissl später zur arbeit kommen kann. Aber ich konnte mir die deutsche pünktlichkeit bis jetz noch nicht richtig abgewöhnen^^. Nun noch kurz zum Ort: Hier gibt es entgegen all meiner Erwartungen wirklich fast alles was man zum überleben braucht. Eine Post, eine Bank, eine Bäckerei, Friseur, Telefonzelle und was des allergeilste ist einen Rond Point. Des is ein rießen Supermarkt, der noch größer als die Metro ist und wo es von Technikwaren, über Bad&Hygienezeugs bis zu Klamotten und ewig vielen Lebensmittel wirklich fast alles gibt. Die Lage ist sehr verrückt, denn sobald der Ort aufhört beginnt in allen Himmelsrichtungen des nächste Kaff. Und somit sind die Vogesen total nah und ein wunderschöner Ausblick. Auch sonst ist es hier total schön. Aber auch iwie verrückt. Denn es gibt so viele alte wunderschöne Häuser und dann aber auch ein paar hässliche Mehrstockhäuser mittendrin. Aber wir haben einen sehr schönen kleinen Kreisverkehr und sowohl in der Öffentlichkeit, wie auch in den privaten Garten wird sehr viel Wert auf Blumen, Bäume etc. gelegt. Genauso ist es in Colmar. Wenn man die Vogesen hinter sich lässt, gelangt man zur Not sogar zu Fuß (haben wir erst am Sonntag gemacht^^) nach Colmar - die nächstgrößte Stadt. Die Vororte sind nicht so schön und scheinen teilweise ein wenig asslig. So sind wir zum Beispiel auf dem Rückweg durch Fogartigen Nebel gegangen. Neben dem kleinen Venedig für das Colmar sehr bekannt ist, ist auch das übrige Zentrum sehr schön. Auch hier sind auf allen Brücken und Geländern über dem Fluss (peinlich, mir fällt der Name nicht mehr ein...) viele schöne Blumen. Und auch hier ist es iwie total verrückt. Denn es ist nicht wie zum Beispiel bei uns Altstadt und Einkaufsstraße getrennt, sondern die modernsten Läden wie H&M, Yves Rocher oder Douglas findet man in den kleinsten, ältesten aber wunderschönen Häusern. Und neben Jugendshopps sind die teuersten Läden zu finden. Des einzige wirklich nervige ist, das in der Stadt jeder einen Hund zuhaben scheint... Also wer Angst vor Hunden hat, vor allem vor größeren, für den ist Colmar wahrscheinlich nicht so toll (wobei alle angeleint sind). Und auch für Hundeliebhaber ist es sehr nervig, weil man wirklich die ganze Zeit den Boden anstarren muss, um nicht alle paar Meter in Hundesch... zu trappen. Oje, jetz red ich sogar schon über so was und dann wunder ich mich warum mein Eintrag ewig lang wird. Aber eins ist sicher, ich könnte euch noch viel mehr erzählen... Man erlebt hier soviel und alles ist so neu, sodass es mir jetz nach gerade mal bissl mehr als einer Woche vorkommt, als wäre ich schon einen Monat oder mehr hier... Darum vermisse ich euch auch alle jetzt schon ziemlich, vor allem, wenn ich daran denke, dass gerade mal eine Woche rum ist. Aber gut, am Freitag kommt mich gleich mal Sarah und evtl. Nicci besuchen, worauf ich mich schon sehr freue. Denn auch wenn alles total spannend und das meiste sehr schön ist, fühlt man sich manchmal ein wenig einsam und ich glaube die erste Zeit wird auch abgesehen von dem ganzen Papierkram (der echt nervig ist, aber immerhin hab ich seit heute ein französisches Konto und die wichtigsten Unterlagen zam und weggeschickt^^) sehr hart werden. Aber ich denke wenn ich die Sprache einigermaßen gut kann, dann wird es echt ne geile Zeit hier.

Also: machts gut ihr Lieben, ich vermiss euch, passt alle auf euch auf!

 

Ganz viele Bussis und Umarmungen!

 

HEAGDL

 
 

Eure   Hanna

17.9.08 16:30

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